Ein SaaS-ERP ist ein cloudbasiertes ERP-System, das Buchhalter:innen und Finanzfachleuten dabei hilft, Finanzen zu verwalten, Aufgaben zu automatisieren und von überall aus auf Echtzeitdaten zuzugreifen.
Doch zu wissen, was es ist, und zu verstehen, wie es Ihr Unternehmen beeinflussen kann, sind zwei verschiedene Dinge.
Basierend auf meiner Erfahrung mit digitaler Software zeige ich Ihnen, wie SaaS-ERP funktioniert, welche Vorteile es für Ihre Rolle bringt und wie Sie die richtige Lösung auswählen — damit Sie intelligentere, schnellere Finanzentscheidungen mit weniger Stress treffen können.
Was ist ERP?
Enterprise-Resource-Planning-Systeme sind technologische Lösungen, die es Unternehmen ermöglichen, viele ihrer Geschäftsprozesse von einem zentralen Ort aus zu steuern. Sie bieten Einblicke in Echtzeit, wie die zentralen Funktionen Ihres Unternehmens arbeiten, sodass Sie strategisch planen und Ressourcen wirkungsvoll einsetzen können.
Typische Geschäftseinheiten, die von ERP-Plattformen abgedeckt werden, sind:
Was ist SaaS?
SaaS, oder Software as a Service, ist ein cloudbasiertes Software-Bereitstellungsmodell, bei dem Anwendungen von einem Anbieter gehostet und von Nutzer:innen über das Internet aufgerufen werden. Anstatt Software auf einzelnen Geräten zu kaufen und zu installieren, abonniert man sie – meist monatlich oder jährlich – und nutzt sie über einen Webbrowser.
Wenn Sie beispielsweise ein Netflix-Abo haben, nutzen Sie bereits SaaS in Ihrem Alltag. Während das Bereitstellungsmodell bekannt ist, bieten moderne SaaS-ERP-Systeme fortschrittliche Funktionen, die sie für Finanzfachleute besonders attraktiv machen:
| Funktion | Vorteile |
| Echtzeit-Reporting | Bietet minutengenaue Einblicke in die finanzielle Performance und ermöglicht schnellere, datenbasierte Entscheidungen, ganz ohne Warten auf Monatsabschlüsse. |
| Automatisierte Workflows | Vereinfacht sich wiederholende Aufgaben wie Rechnungsfreigaben, Spesenverfolgung und Abgleiche, spart Zeit und reduziert manuelle Fehler. |
| KI-gestützte Prognosen | Nutzt historische Daten und maschinelles Lernen, um Einnahmen, Cashflow und Budgetabweichungen präziser vorherzusagen. |
| Multi-Entity- und Multiwährungsunterstützung | Vereinfacht die konsolidierte Finanzberichterstattung für Unternehmen, die international tätig sind, und senkt die Komplexität bei der Verwaltung mehrerer Tochtergesellschaften. |
| Blockchain-basierte Hauptbücher | Fügt Finanztransaktionen eine zusätzliche Ebene an Sicherheit und Transparenz hinzu, indem unveränderliche, mit Zeitstempel versehene Aufzeichnungen geschaffen werden. |
Unterscheidet sich SaaS-ERP von Cloud-ERP?
Wenn es watschelt wie eine Ente, aussieht wie eine Ente und quakt wie eine Ente, ist es eine Ente. Es ist einfach nur ein anderer Typ Ente.
Es gibt Unterschiede zwischen SaaS-ERP und Cloud-ERP-Systemen, im Wesentlichen geht es aber um den Grad der Anpassbarkeit (und was Sie mehr bezahlen müssen, um diese Anpassungen zu erhalten). Cloud-ERPs sind zudem über verschiedene Server zugänglich und werden in unterschiedlichen Bereitstellungsvarianten angeboten, darunter:
- Multi-Tenant SaaS ERP: Mehrere Unternehmen teilen sich dieselbe Anwendungsinstanz. Ein Beispiel ist NetSuite: Es gibt ein zentrales ERP-System für alle Nutzer:innen, jedoch unterschiedliche Module zur individuellen Ausgestaltung.
- Single-Tenant Cloud ERP: Jedes Unternehmen erhält eine eigene Instanz der Software und somit größere Kontrolle über Updates und Anpassungen.
- Private Cloud Bereitstellungen: Die ERP-Software wird in einer dedizierten Umgebung gehostet, was besonders von Unternehmen mit strengeren Compliance-Anforderungen bevorzugt wird.
Im Gegensatz dazu werden SaaS-ERPs auf den Servern der Anbieter gehostet und über ein Abonnementmodell genutzt.
5 Vorteile von SaaS-ERP
Der Umstieg auf ein SaaS-ERP kann Ihre Finanzprozesse schneller, intelligenter und leichter steuerbar machen. Hier sind fünf zentrale Vorteile, die ich bei der Recherche zu digitaler Software entdeckt habe:
- Niedrigere Anfangskosten: Mit SaaS-ERPs müssen Sie keine Server kaufen oder für aufwendige Installationen bezahlen. Das hilft dabei, Ihre IT-Ausgaben schlank und überschaubar zu halten – was besonders für wachsende Unternehmen hilfreich ist, die große Anfangsinvestitionen vermeiden möchten.
- Schnellere Updates: SaaS-ERP-Anbieter übernehmen alle Aktualisierungen automatisch für Sie. Das bedeutet, Sie nutzen immer die neueste Version mit den aktuellsten Funktionen, Sicherheitsverbesserungen und Leistungsoptimierungen – ohne einen Finger zu rühren.
- Höhere Zugänglichkeit: Mit einem SaaS-ERP sind Sie nicht an einen Standort gebunden. Stattdessen können Sie sich von Ihrem Laptop, Tablet oder sogar Ihrem Handy aus anmelden. Alles wird in der Cloud gehostet, sodass Ihre Daten immer verfügbar und aktuell sind, egal wo Sie sich befinden.
- Leichtere Implementierung: Da Sie keine neue Hardware kaufen, keine neuen Mitarbeiter einstellen oder Software auf lokalen Maschinen installieren müssen, ist es viel einfacher, ein cloudbasiertes ERP-System einzuführen.
- Mehr Flexibilität: Egal, ob Sie Benutzer, Funktionen, Standorte oder ganze neue Abteilungen hinzufügen – ein SaaS-ERP kann mit Ihnen wachsen. Es ist auf Skalierbarkeit ausgelegt, sodass Sie klein anfangen und nach Bedarf erweitern können – ohne das System wechseln oder Ihr gesamtes Setup neu gestalten zu müssen.
3 Nachteile von SaaS-ERP
Obwohl SaaS-ERPs viele Vorteile bieten, gibt es auch einige Nachteile, wie zum Beispiel:
- Begrenzte Anpassungsmöglichkeiten: SaaS-ERPs enthalten in der Regel vordefinierte Funktionen und Vorlagen, was einschränkend sein kann. Oft können Sie Einstellungen ändern oder Plugins hinzufügen, aber das System lässt sich eventuell nicht komplett individuell gestalten.
- Laufende Kosten: Zwar entfallen hohe Anfangsinvestitionen, aber SaaS-ERPs verursachen monatliche oder jährliche laufende Kosten. Im Laufe der Zeit können diese Kosten – insbesondere wenn Ihr Team wächst oder Sie mehr Nutzerlizenzen und erweiterte Funktionen benötigen – erheblich steigen.
- Weniger Kontrolle über Updates: SaaS-ERP-Anbieter verwalten Updates und führen sie nach ihrem eigenen Zeitplan durch. Es ist zwar positiv, immer über die neuesten Funktionen zu verfügen, aber manchmal können solche Updates Ihren Arbeitsablauf beeinflussen oder vertraute Systembereiche verändern.
SaaS-ERP vs. On-Premise-ERP
Sowohl On-Premise-ERPs als auch SaaS-ERPs verfolgen das Ziel, Unternehmensdaten und -prozesse in einer zentralen Einheit zu bündeln. Der einzige entscheidende Unterschied ist, ob das System auf Ihrem eigenen Server installiert oder über die Cloud abgerufen wird.
On-Premise-Lösungen sind in der Regel ideal für größere Unternehmen oder Betriebe in Branchen, die besonders sensible Daten verwalten, wie etwa das Gesundheitswesen oder die Fertigung. SaaS-ERP-Lösungen hingegen richten sich eher an kleine und mittlere Unternehmen oder Firmen, die stets Zugriff auf ihre Finanzdaten benötigen.
SaaS-ERP-Kosten
Da SaaS-ERP-Lösungen abonnementbasiert sind, variieren die Kosten – abhängig vom Grad der Individualisierung, Nutzeranzahl, Integrationen und weiteren Faktoren.
Die meisten SaaS-ERPs werden monatlich oder jährlich berechnet. Die Kosten beinhalten in der Regel Hosting, Wartung, Sicherheit, Updates und Support. Dadurch können Unternehmen IT- und Wartungsausgaben deutlich einsparen.
Wo SaaS-ERP am vorteilhaftesten ist
Der einfache Zugriff auf SaaS-ERP macht es besonders gut geeignet für Organisationen, die agil bleiben wollen, ohne massiv in IT-Infrastruktur zu investieren. Dazu gehören zum Beispiel:
- Startups und KMU: Wenn Ihr Team schlank aufgestellt ist und Sie mehr erreichen möchten, haben Sie weder Zeit noch Budget für komplizierte lokale Installationen. SaaS-ERP bietet kleinen Unternehmen Plug-and-Play-Funktionen, regelmäßige Updates und kalkulierbare Kosten – damit das Wachstum im Vordergrund steht und nicht die Betreuung von Servern.
- Produktion und Vertrieb: Auch die Unternehmen, die mit physischen Gütern arbeiten, nutzen die Cloud. Diese Branchen profitieren davon, dass SaaS-ERP Bestandsmanagement, Produktionsplanung und Lieferketten-Koordination in Echtzeit ermöglicht – und das ganz ohne den IT-Aufwand traditioneller ERP-Systeme.
- Professionelle Dienstleistungen: Dazu zählen Beratungsfirmen, Marketingagenturen oder Juristenteams. Sie arbeiten projektbasiert, planen Ressourcen und erfassen abrechenbare Zeiten. SaaS-ERP unterstützt all das mit übersichtlichem Reporting und reduziertem Wartungsaufwand.
- Mehrbetriebsstandorte: Ob Sie Franchises, verteilte Teams oder ein global aufgestelltes Unternehmen führen – die cloudbasierte Zugänglichkeit von SaaS-ERP sorgt dafür, dass alle Beteiligten synchron bleiben. Es sind keine VPNs oder lokalen Installationen notwendig.
Häufige Implementierungsherausforderungen
Auch wenn SaaS-ERP-Systeme zahlreiche Vorteile bieten, ist die Implementierung nicht immer ein Kinderspiel. Wie bei jeder größeren Umstellung betrieblicher IT-Systeme gibt es echte Hürden, auf die sich Finanz- und Operationsteams einstellen sollten. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Strategie lassen sich die meisten dieser Herausforderungen direkt angehen.
Datenmigration
Der Umzug von Daten aus Altsystemen in ein neues ERP kann chaotisch sein. Im Prozess treten oft uneinheitliche Formate, unvollständige Datensätze und Datensilos zutage.
Widerstand gegen Change Management
SaaS-ERP-Systeme bringen oft neue Arbeitsabläufe und Benutzeroberflächen mit sich, was Teams, die an ältere Systeme gewöhnt sind, verunsichern kann. Selbst hilfreiche Automatisierungen können wie eine Störung wirken.
Kostenüberschreitung
Obwohl SaaS-Preise berechenbarer sind als bei klassischen ERP-Systemen, können die Kosten dennoch ausufern, wenn sich die Projektdauer verlängert oder neue Anforderungen während des Prozesses entstehen.
Unzureichende Schulung
Die Implementierung eines SaaS-ERP ist eine grundlegende Veränderung, wie Ihr Finanzteam (und das gesamte Unternehmen) im Alltag arbeitet. Fehlende Schulungen und Einarbeitung können zu Ineffizienzen und Produktivitätsverlusten führen.
Nutzen Sie SaaS-ERP für Ihr Unternehmen
Ob Sie bereits ein erfahrener ERP-Anwender sind oder ERP für Sie ein Fremdwort ist – cloudbasierte Systeme bieten klare Vorteile gegenüber lokalen Lösungen.
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