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Die Preisgestaltung für Enterprise Resource Planning (ERP)-Software kann schwer zu durchschauen sein. Komplexe Preismodelle, eingeschränkte Funktionen in den günstigeren Tarifen und fehlende öffentliche Informationen erschweren eine genaue Budgetierung oder die Vorbereitung einer umfassenden ERP-Ausschreibung.

Hier bespreche ich typische Preisspannen, Modelle und versteckte Kosten. Außerdem gebe ich Ihnen detaillierte Ratschläge zur Bewertung des Return on Investment (ROI), damit Sie kluge Entscheidungen für Ihr Team treffen. Egal ob kleines Unternehmen oder großes Unternehmen – das sind die Kosten, die Sie für Ihr neues ERP-System erwarten können.

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Welche Faktoren beeinflussen die ERP-Software-Preise?

Die Auswahl einer ERP-Software erfordert Verständnis über deren Funktionen, technische Anforderungen und Servicelevel, denn all das wirkt sich direkt auf Ihr Budget und den Entscheidungsprozess aus. Hier ein Überblick über die wichtigsten Preisfaktoren, die Sie bei Ihrer ERP-Auswahl berücksichtigen sollten:

FaktorWie es den Preis beeinflusst
Unterstützte RegionenMehr Regionen bedeuten in der Regel höhere Kosten aufgrund von komplexeren Anforderungen und gesetzlichen Vorgaben. Mit einem Anstieg von $1.000 bis $5.000 jährlich ist zu rechnen.
Multi-WährungsfähigkeitDie Nutzung mehrerer Währungen kann $500 bis $2.000 pro Jahr mehr kosten, da zusätzliche Tools für Finanzberichte und Tracking nötig sind.
LokalisierungDie Anpassung der Software an verschiedene Sprachen und rechtliche Vorgaben kann, je nach Region, $2.000 bis $10.000 kosten.
DatenhostingDie Wahl zwischen lokaler Installation oder Cloud-Hosting beeinflusst die Kosten. Cloud-Lösungen können etwa $1.000 bis $3.000 jährlich für Speicher und Zugriff bedeuten.
BenutzerschulungenTrainingspakete können je nach Umfang und Tiefe mit $500 bis $5.000 zu Buche schlagen.
Kundensupport-LevelErweiterter Support mit schnelleren Antwortzeiten kostet üblicherweise mehr und liegt zwischen $500 und $2.500 jährlich.

ERP-Software-Preisvergleich

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Preismodelle verstehen

Wenn Sie ERP-Software auswählen, hilft das Verständnis von Preismodellen bei einer genauren Budgetplanung und schützt vor bösen Überraschungen. Die Modelle, etwa pro Benutzer oder gestaffelt, bestimmen, wie sich die Kosten von den eigentlichen Software-Preisen unterscheiden. Hier eine Übersicht über häufige Preismodelle zur Orientierung:

PreismodellWie es funktioniertDarauf sollten Sie achten
Pro Benutzer oder SitzplatzSie zahlen für jeden einzelnen Nutzer, der Zugang zur Software hatMit wachsendem Team steigen die Kosten
Nach NutzungAbrechnung je nach Verwendung, etwa Transaktionen oder verarbeitete DatenUnerwartete Rechnungen bei Nutzungsspitzen
Gestaffeltes AbonnementUnterschiedliche Pakete bieten verschiedene Funktionsumfänge und Support-LeistungenBenötigte Funktionen könnten nur in teureren Paketen enthalten sein
Individuelles AngebotPreise individuell nach Anforderungen und Unternehmensgröße, z. B. für Bestellfunktionen bei Handel oder ProduktionVergleich und Verhandlung sind oft zeitaufwendig
Pay-as-you-go oder jährlichSie wählen zwischen monatlicher Zahlung oder Jahresplan mit RabattJahrespläne sind verbindlich; prüfen Sie, ob der Rabatt die geringere Flexibilität aufwiegt

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Typische Preisgestaltung nach Unternehmensgröße

Die meisten ERP-Preise skalieren mit der Unternehmensgröße, da größere Teams mehr Funktionen und Support benötigen und das Budget so deutlich beeinflusst wird. Das können Sie je nach Unternehmensgröße erwarten:

UnternehmensgrößeTypische PreisspanneWas ist üblicherweise enthaltenHäufige Anwendungsfälle & Anbieter
Kleines Unternehmen$300–$700/MonatGrundmodule, begrenzte Nutzer, Standard-SupportFreiberufler, Startups und kleine Teams

QuickBooks und Xero
Mittelständisches Unternehmen$800–$2,000/MonatMehr Nutzer, erweiterte Funktionen, teilweise AnpassungWachsende Unternehmen, die skalierte Prozesse vereinfachen möchten

NetSuite und Sage
Großunternehmen$3,000–$7,000/MonatKomplettpaket, detaillierte Berichte, Premium-SupportGroße Teams mit mehreren Abteilungen 

Microsoft Dynamics und SAP
Konzern/Enterprise$10,000+/MonatUnbegrenzte Nutzer und umfangreiche AnpassungenUnternehmensgruppen oder globale Organisationen mit technischen Vorgaben

Oracle und Infor

Versteckte & Zusatzkosten, auf die Sie achten sollten

Wenn Sie sich für eine ERP-Software entscheiden, sollten Sie auch auf versteckte Kosten achten. Faktoren wie Einrichtungsgebühren oder Premium-Support können sich schnell summieren. Manche Anbieter verlangen auch extra Gebühren für Schulungen oder die Integration in bestehende Systeme. 

Hier sind häufige versteckte und zusätzliche Kosten, die bei Ihrem gewählten ERP-System auftreten können:

KostenartBeschreibung
Onboarding-/EinrichtungsgebührenDer Erstaufbau kann zwischen $1,000-$5,000 kosten. Anbieter wie SAP und Oracle verlangen solche Gebühren häufig für kundenspezifische Konfigurationen.
Schulung oder ZertifizierungenERP-Schulungen kosten meist zwischen $500-$2,000 pro Termin. Anbieter erheben oft zusätzliche Kosten für Trainingspakete oder Workshops, insbesondere bei komplexen Unternehmensabläufen.
Premium-SupportErweiterte Support-Optionen sind teuer und können jährlich $1,000+ extra kosten. Anbieter wie NetSuite bieten Premium-Supportstufen für schnellere Reaktionszeiten an.
Zusätzliche IntegrationenIndividuelle Integrationen sind oft kostspielig; die Gebühren variieren stark. Beispielsweise verlangt Salesforce zusätzliche Zahlungen für Integrationen von Drittanbieter-Apps, was die Gesamtkosten erhöht.
NutzungsüberschreitungenBei Überschreiten der Limits eines nutzungsbasierten Tarifs können Zusatzkosten von bis zu $50+/Nutzer/Monat anfallen. Infor etwa rechnet basierend auf Nutzeranzahl und/oder Datenvolumen ab.
MindestvertragslaufzeitenLängerfristige Verträge können zu höheren Kosten führen – mit Strafen bei früher Kündigung. Unternehmen wie Infor haben oft Mindestlaufzeiten, was die Flexibilität einschränkt.
Updates zur Einhaltung gesetzlicher VorgabenUm regulatorische Anforderungen einzuhalten, können zusätzliche Kosten anfallen, vor allem in Branchen wie Finanzen und Gesundheitswesen. Anbieter wie Sage berechnen oft Gebühren für gesetzesrelevante Updates.

Arten der ERP-Software-Preisgestaltung: Modulare Funktionen & individuelle Workflows

Viele Plattformen ermöglichen es, ihre Software mit Modulen – wie Lagerverwaltung, Personalwesen oder Projektmanagement – individuell anzupassen. Das macht die Preisgestaltung allerdings komplexer. So sieht die übliche Verteilung aus:

  • Premium- vs. gebündelte Module: Viele ERP-Anbieter wie SAP und Oracle bieten grundlegende Funktionen im Basispaket, während erweiterte Module wie Analytik oder Supply-Chain-Management individuell kostenpflichtig sind. 
  • API- oder Sandbox-Zugang: Manche Anbieter, z. B. Microsoft Dynamics, berechnen Gebühren für API-Zugriff, der oft wesentlich zur Integration in Ihre Geschäftsprozesse ist.
  • Erweiterte Automatisierung oder Berichte: Leistungsmerkmale wie fortgeschrittene Analysen oder Automatisierungen sind meist teureren Tarifen vorbehalten und können die Gesamtkosten deutlich erhöhen.

Um Mehrkosten zu vermeiden, erfassen Sie klar, welche Module und Anforderungen Ihr Team tatsächlich benötigt, und verhandeln Sie soweit möglich einen Paketpreis. Achten Sie dabei auch auf versteckte Gebühren für Integrationen oder Zusatzfunktionen und testen Sie vorab kostenlose Testversionen oder kostenfreie ERP-Software.

So maximieren Sie den ROI Ihrer ERP-Software-Investition

Das Nachverfolgen des ROI kann Ihre Entscheidungsfindung beim ERP-Software-Kauf leiten und sicherstellen, dass die Lösung zu Ihren Unternehmenszielen passt und langfristig Wert bringt. So kann ein ERP-System helfen, den Return on Investment zu maximieren:

Gesparte Zeit

ERP-Software kann die Arbeitsabläufe automatisieren und verschlanken, wodurch Aufwände reduziert und mehr Kapazitäten im Team geschaffen werden. Überlegen Sie, welche manuellen Prozesse die Software ersetzen kann und wie viel Zeit Ihr Team dadurch zurückgewinnt. 

Bitten Sie Anbieter, zeitsparende Funktionen anhand eines typischen Anwendungsfalls vorzuführen, um echte Vorteile von ERP-Software zu erkennen. Mit diesen Erkenntnissen lassen sich potenzielle Einsparungen besser quantifizieren und die Effizienz der Lösung prüfen.

Fehlerreduktion

Weniger manuelle Übergaben oder Berechnungen können kostspielige Fehler verhindern. Identifizieren Sie, wo derzeit Fehler auftreten, und wie das System diese reduzieren würde. 

Bitten Sie potenzielle Anbieter, zu zeigen, wie Daten auf der Plattform validiert oder kontrolliert werden. So stellen Sie sicher, dass Sie eine Lösung wählen, die Fehler minimiert und die Datenqualität verbessert.

Vermeidung von Compliance-Verstößen

Funktionen, die gesetzliche, finanzielle oder branchenspezifische Standards unterstützen, verringern das Risiko von Bußgeldern oder Prüfungen. Bewerten Sie, welche Compliance-Funktionen integriert sind und ob die Plattform Ihre Branchen- und Geschäftsanforderungen unterstützt. 

Bitten Sie um Beispiele, wie Compliance-Lücken vermieden wurden. Das hilft Ihnen, ein System auszuwählen, das Ihr Unternehmen vor regulatorischen Problemen schützt.

Bereichsübergreifende Einführung oder Konsolidierung

Das Ersetzen mehrerer Werkzeuge durch eines oder die Gewährleistung einer benutzerfreundlichen Lösung für verschiedene Teams kann Kosten senken und die Zusammenarbeit verbessern. Prüfen Sie, ob dies mehrere Tools ersetzen kann und welche Teams es realistisch nutzen würden. 

Bitten Sie Anbieter um Erfahrungsberichte zur Einführung über verschiedene Abteilungen hinweg. So stellen Sie sicher, dass Sie eine Lösung wählen, die die Zusammenarbeit fördert und Ihren Investitionsertrag maximiert.

Fragen, die Sie Anbietern während Preis-Demos stellen sollten

Demos sind Ihre beste Gelegenheit, Preisstrukturen zu klären, sich einen Überblick über die enthaltenen Leistungen zu verschaffen und böse Überraschungen zu vermeiden. Bereiten Sie Fragen vor, um alle Aspekte des Preismodells für Ihre gewählte ERP-Lösung zu verstehen. 

Wenn Sie eine ERP-Software-Anfrage (RFP) schreiben möchten, können diese Fragen Ihre Auswahl unterstützen. Sie helfen auch, sich auf mögliche Bedenken von Stakeholdern vorzubereiten:

  • Wie ist Ihre Preisstruktur aufgebaut und welche Faktoren beeinflussen sie maßgeblich?
  • Welche Funktionen sind in den einzelnen Paketen enthalten und für welche ist ein Upgrade erforderlich?
  • Gibt es Nutzungsobergrenzen und wie hoch sind die Zusatzgebühren, falls wir diese überschreiten?
  • Wie hoch sind die Kosten für Support- und Einführungsservices?
  • Können Sie die Abrechnungsfrequenz sowie Bedingungen für Verlängerungen erläutern?
  • Welche Integrationen sind abgedeckt und gibt es Einschränkungen bei der API-Nutzung?
  • Fallen Zusatzgebühren für erweiterte Funktionen oder Anpassungen an?
  • Wie gehen Sie mit Preiserhöhungen um und wie früh werden diese angekündigt?

Tipps für die Verhandlung von ERP-Software-Preisen

Preise sind oft verhandelbar, und durch eine gute Vorbereitung erzielen Sie bessere Ergebnisse für Ihr Team. Mit gezielten Verhandlungstechniken können Sie vorteilhafte Preis- und Vertragskonditionen sichern, ohne bei den Funktionen der Software Abstriche machen zu müssen. 

Hier sind einige Tipps, die Sie bei ERP-Software-Verhandlungen und der Bewertung unterstützen:

  • Wettbewerb vergleichen: Suchen Sie heraus, was vergleichbare Unternehmen für ERP-Software bezahlen, um so einen besseren Preis auszuhandeln. Nutzen Sie diese Informationen zu Ihrem Vorteil.
  • Rabattmöglichkeiten: Fragen Sie nach Nachlässen für Start-ups, gemeinnützige Organisationen oder langfristige Verträge. Viele Anbieter gewähren hierfür Sonderpreise.
  • Pilotprogramme: Schlagen Sie ein Pilotprojekt oder einen gestaffelten Roll-out vor, um die Software vor einer endgültigen Zusage zu testen. Dies kann zu besseren Konditionen führen.
  • Verlängerung und Bindungsklauseln: Prüfen Sie Vertragsverlängerungen und vermeiden Sie Klauseln, die Ihre Flexibilität einschränken. Verhandeln Sie Bedingungen, die eine Neuverhandlung oder einen Ausstieg ohne Strafen ermöglichen.
  • Sammel-Beschaffung: Nutzen Sie gemeinsame Einkaufsinitiativen oder Unterstützung beim Beschaffungsprozess, um bessere Konditionen zu erzielen. Wenn Sie sich mit anderen Abteilungen oder Unternehmen zusammenschließen, steigern Sie Ihre Verhandlungsmacht.

Wie es weitergeht

Wenn Sie gerade dabei sind, ERP-Software zu recherchieren, verbinden Sie sich kostenlos mit einem SoftwareSelect-Berater für Empfehlungen.

Sie füllen ein Formular aus und führen ein kurzes Gespräch, in dem auf Ihre spezifischen Anforderungen eingegangen wird. Anschließend erhalten Sie eine Auswahlliste an Softwarelösungen zur Prüfung. Sie werden sogar während des gesamten Kaufprozesses, einschließlich Preisverhandlungen, unterstützt.

Kianna Walpole

Kianna Walpole ist die Chefredakteurin von The CFO Club. Ihre Schwerpunkte liegen im Finanzmanagement, in der Risikobewertung und in digitaler Software.