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Wenn Sie hier sind, wissen Sie bereits über ERP-Systeme (Enterprise-Resource-Planning) und deren Vorteile Bescheid. Nun ist es an der Zeit, mehr über ERP-Tests zu erfahren.

Das Ziel von ERP-Tests ist es, das Einführen eines neuen ERP-Systems nahtlos und narrensicher zu gestalten, sodass Ressourcenverschwendung und Compliance-Probleme vermieden werden. Unabhängig von Ihrer Unternehmensabteilung oder Ihrem Anwendungsfall gibt es eine (oder auch mehrere) passende Software-Testmethoden für Sie.

Was sind ERP-Tests?

Einfach gesagt ist ERP-Testing der Prozess, mit dem Sie sicherstellen, dass Ihre ERP-Software korrekt eingerichtet ist und ihre verschiedenen Funktionen wie erwartet funktionieren, bevor sie in den produktiven Einsatz geht. 

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Es ist der Qualitätssicherungsschritt, der die Wahrscheinlichkeit eines Systemausfalls verringert (und hoffentlich eliminiert) und sicherstellt, dass Sie die gewünschten Ziele Ihrer ERP-Einführung erreichen. 

6 Arten des ERP-Testings

ERP-Testing steigert die operative Effizienz, besonders wenn es in Zusammenarbeit mit Implementierungsspezialisten, System-"Architekten" oder anderen professionellen Beratern mit Erfahrung in Ihrem bevorzugten ERP-System durchgeführt wird. 

Steigern Sie die Nutzerzufriedenheit und senken Sie Nacharbeitskosten in späteren Entwicklungsphasen, indem Sie diese kritischen ERP-Testmethoden anwenden.

TestartBester ZeitpunktBedeutung
Funktionaler TestFrühe Entwicklungsphase; fortlaufend während der ProjektentwicklungStellt die erwartete Leistung sicher
LeistungstestUnmittelbar vor dem Go-LiveBestätigt Systemstabilität unter Belastung
SicherheitstestVor, während und nach der EinrichtungSchützt sensible Unternehmensdaten
RegressionstestNach jeder CodeänderungDeckt Fehlfunktionen durch Code-Updates auf
Explorativer TestWährend des gesamten ProjektzyklusDeckt versteckte Systemfehler und Randfälle auf
Abnahmetest durch AnwenderIn der Beta-PhaseGewährleistet die Nutzbarkeit für Endanwender

1. Funktionaler Test

Funktionale Tests überprüfen alle Funktionen einer neu eingeführten ERP-Software, um sicherzustellen, dass jede einzelne optimal arbeitet. Es gibt dabei vier Phasen, darunter:

  • Smoke Testing: Ein vorläufiger Check und eine Validierung der grundlegendsten Funktionen oder der MVP-Version Ihrer neuen ERP-Lösung, bevor Sie weitere Ressourcen in deren Ausbau investieren. Es wird auch als Build-Verifikationstest oder Vertrauenstest bezeichnet.
  • Unit Testing: Für einzelne Funktionen und Workflows innerhalb Ihres ERP-Systems.
  • Integrationstest: Um die Kompatibilität Ihrer unterschiedlichen Softwaremodule, Komponenten und Services zu bestätigen.
  • Systemtest: Bewertet das ERP-Softwaresystem als Ganzes, um sicherzustellen, dass es alle festgelegten Benutzeranforderungen erfüllt.

Funktionstests werden in der Regel manuell durchgeführt und liegen in der Verantwortung sowohl Ihrer Systementwickler als auch des Qualitätssicherungsteams (QA). 

Obwohl funktionale Tests sehr wertvoll sind, haben manche Teams Schwierigkeiten damit, bedingt durch schlechte Datenverfügbarkeit und -genauigkeit, die Komplexität der Testumgebung und die schiere Menge der Testfälle in groß angelegten Anwendungen.

Diese Herausforderungen könnten dazu führen, dass Sie mit Funktionstests bis nach Abschluss der Programmierung und Einrichtung warten möchten; dennoch empfiehlt es sich, so früh wie möglich im Entwicklungsprozess damit zu beginnen.

Durch frühes Testen stellen Sie sicher, dass die wichtigsten Systemfunktionen validiert werden, solange die zentralen Benutzeranforderungen und Geschäftsbedürfnisse noch präsent sind. Darüber hinaus können Sie jederzeit weitere, detailliertere Funktionstests durchführen, wenn neue Anforderungen entstehen oder kurz vor dem Go-Live – je nachdem, was Ihr Implementierungsteam für realistisch hält.

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2. Leistungstest

Auch als Skalierbarkeitstest bezeichnet, bewertet der Leistungstest die Geschwindigkeit, Stabilität und Flexibilität Ihres ERP-Systems unter verschiedenen Bedingungen und in unterschiedlichen Testszenarien. 

Er umfasst Lasttests (Ermittlung des Systemlimits bei Zugriff durch mehrere Nutzer) sowie Stresstests (Analyse der Zuverlässigkeit und Belastbarkeit des Systems trotz regelmäßiger oder umfangreicher gleichzeitiger Nutzung). 

Einige Experten betrachten auch Recovery Testing als ein Subset des Leistungstests, da hierbei die Fähigkeit des ERP-Systems überprüft wird, sich von Problemen wie Hardwarefehlern, Netzwerkausfällen und fehlerhaften Software-Updates zu erholen.

Leistungstests sind ein entscheidender Schritt bei der Einführung von ERP-Systemen, aber Sie könnten in Versuchung geraten, sie aus den folgenden Gründen zu überspringen:

  • Der Prozess ist zeit- und kostenintensiv, besonders bei groß angelegten Tests, die spezielle Tools erfordern.
  • Es erfordert ein tiefes Verständnis der ERP-Architektur und des gewählten Testtools.
  • Werden sie parallel zu laufenden Entwicklungsaufgaben durchgeführt, leidet häufig eines von beidem – entweder die Testaktivitäten oder die aktuelle Entwicklung.

Trotzdem wäre der beste Rat: Überspringen Sie diese Tests auf keinen Fall.

Testingenieure oder Spezialisten aus Produkt- und QA-Teams können Leistungstests manuell durchführen, doch am besten automatisieren Sie den Prozess mit individuellen Testmanagement-Tools. Diese Plattformen sparen Zeit, begrenzen Fehlerquellen und vereinfachen das Wiederholen der Tests bei Bedarf.

Was sind Testmanagement-Tools?

Testmanagement-Tools sind Softwareprodukte, mit denen Sie den Softwaretestprozess organisieren, optimieren und steuern können. Diese Lösungen ermöglichen das Speichern von Testfällen und -skripten, die Verwaltung der Testdurchführung sowie die Auswertung und Nachverfolgung der Ergebnisse.

Speziell für ERP-Tests ermöglichen Testmanagement-Systeme eine umfassende Prüfung verschiedener Module – von Finanzen über Lagerverwaltung, Personalwesen, Vertrieb bis hin zum Kundendienst. Sie unterstützen die Zusammenarbeit zwischen DevOps- und QA-Teams und gewährleisten datenbasierte Entscheidungen sowie eine höhere Softwarequalität und Zuverlässigkeit.

3. Sicherheitstests

Sicherheitstests decken Schwachstellen in Ihrem ERP-System auf und beheben diese, wodurch betrügerische Akteure abgewehrt und Datenpannen verhindert werden. Generell gliedert sich der Prozess in drei Teile:

  • Authentifizierungstests, die prüfen, wie sicher Ihre Zugangsdaten – wie Passwörter oder biometrische Merkmale – sind.
  • Autorisierungstests zur Überprüfung, wie gut Ihr ERP-System voreingestellte Zugriffskontrollen und Benutzerrechte einhält.
  • Datenverschlüsselungstests: Wie der Name andeutet, stellen sie sicher, dass Ihre Verschlüsselungstechnologie vertrauliche Daten erfolgreich schützt.

Einige DevOps-Teams führen Sicherheitstests erst durch, wenn die Software live gehen soll. Dieser Ansatz scheint anfänglich weniger stressig, doch auf lange Sicht ist er oft kostspieliger, sobald Sicherheitslücken gefunden werden, deren Behebung aufwendige Umbaumaßnahmen erfordert. 

Empfehlenswerter ist es, Sicherheitstests schon in den frühen Entwicklungsphasen zu integrieren und sie konsequent bis zum Abschluss durchzuführen. 

Profi-Tipp:

Profi-Tipp:

Sie können Funktionen für Sicherheitstests – wie beispielsweise einen starken Passwort-Detektor oder ein Tool zur Identitätsprüfung – in Ihre ERP-Infrastruktur integrieren, damit diese automatisch im Hintergrund laufen.

4. Regressionstests

Mit Regressionstests prüfen Sie, ob durch das Einbinden neuer Codes oder das Entfernen alter Skripte unbeabsichtigt Fehler oder Ausfälle im Produktivsystem oder auf dem Live-Server entstanden sind. 

Diese unverzichtbaren Tests decken Probleme nach Code-Updates auf und stellen sicher, dass Ihr ERP-System vor der Bereitstellung für Endnutzer reibungslos funktioniert.

Der gesamte Regressionstest-Prozess umfasst in der Regel:

  • Auswirkungsanalyse: Eine Bewertung, welchen Einfluss eine Änderung in Teilen der ERP-Infrastruktur auf abhängige Funktionen hat. Dieser Schritt unterstützt die Entscheidung, ob die Änderung sinnvoll ist und hilft bei der Vorbereitung auf mögliche Anpassungen.
  • Selektives Testen: Hierbei werden gezielt nur die Systemmodule oder Elemente getestet, die direkt von den aktuellen Codeänderungen betroffen sind.
  • Automatisierte Regressionstests: Dabei werden Testskripte geschrieben und nach jeder Änderung oder Aktualisierung ausgeführt, sodass keine manuellen Einzeltests mehr nötig sind.

Auch wenn Entwickler vor dem Code-Review meist persönliche Regressionstests durchführen, liegt die offizielle Verantwortung dafür nach der Entwicklung beim Software-QA-Team.

5. Exploratives Testen

Exploratives Testen ist eine überwiegend manuelle ERP-Validierungsmethode, bei der Tester – meist mit wenig oder keiner Vorerfahrung mit Ihrem ERP-System – das System eigenständig untersuchen und etwaige Schwächen aufdecken. Strenge Testpläne oder -fälle kommen nicht zum Einsatz, denn gerade die Spontanität macht diese Methode erfolgreich – ähnlich wie verdeckte Testkunden Schwächen in kundenorientierten Unternehmen aufdecken.

Exploratives Testen ist hervorragend geeignet, selbst versteckte Systemfehler und Randfälle zu entdecken, die mit standardisierten Tests nur schwer auffindbar wären. Dennoch ersetzt es keine kritischen Prüfungen wie Funktions- oder Sicherheitstests.

Mehrfache explorative Tests während des gesamten Projektlebenszyklus durchzuführen ist entscheidend, um die Softwarequalität sicherzustellen; jedes Implementierungsteammitglied – von Entwicklern bis zu Designern – kann diese Tests durchführen.

Exploratives Testen ist besonders bei Teams beliebt, die agile Entwicklungsmethoden anwenden. In eher traditionell ausgerichteten Organisationen wird diese Testmethode hingegen oft nicht als ausreichend belastbar oder zuverlässig angesehen, da sie als alleinstehende Methode aus folgenden Gründen kritisch betrachtet wird:

  • Sie ist aufgrund unterschiedlicher Herangehensweisen der einzelnen Tester schwer zu dokumentieren und zu reproduzieren.
  • Wichtige Geschäftsanforderungen können übersehen werden und die Ergebnisse sind nicht immer konsistent.
  • Das Debugging wird dadurch komplizierter.
  • Sie ist leicht durch menschliche Vorurteile, Präferenzen und Annahmen beeinflussbar.

6. Abnahmetests durch Nutzer

Abnahmetests durch Endanwender – oder einfach „Abnahmetest“ – sollten der letzte Validierungsschritt sein, bevor Ihr ERP-System vollständig an ausgewählte Teams oder Abteilungen ausgerollt wird. 

Technologieunternehmen führen Beta-Tests oder Soft-Launches mit einer repräsentativen Stichprobe aus ihrer Zielgruppe durch, bevor ein Produkt offiziell veröffentlicht wird. Ebenso erlaubt der Abnahmetest durch Nutzer, dass einige wichtige ERP-Endanwender bestätigen, dass alle vorab definierten Anforderungen erfüllt werden, bevor das System komplett ausgerollt wird.

Im Allgemeinen sind drei bis sechs Wochen ideal für den Abnahmetest. Dieser Zeitraum ist ausreichend, damit Anwender das System im Alltag testen und notwendige Änderungen vor dem Übergang der Entwickler zu anderen Projekten identifizieren können.

Zu den wichtigsten Funktionen, die die Endanwender testen, gehören unter anderem:

  • Einfache Kontoerstellung und Login-Prozess
  • Intuitive Suchfunktion
  • Funktionierende Integrationen wie gewünscht
  • Mobile Zugänglichkeit
  • Ausführliche Analysen

Wie Sie ERP-Tests einfach und erfolgreich machen

Dies sind einige Best Practices, die ERP-Berater inzwischen wie ein Evangelium predigen:

1. Finden und fördern Sie die Problemlöser im Team

In den Worten von Neil How, Gründer und ERP-Transformationsexperte bei Limelight Consulting:

„Nach Abschluss der UAT (User Acceptance Testing) haben einige Schlüsselanwender das System bereits gesehen, seine Komplexität verstanden und miterlebt, wie Probleme gelöst wurden. Diese Personen werden oft zu sogenannten „Problemlösern“, die Fehler sofort erkennen und schnelle, effektive Lösungen finden.” 

Er betont, dass diese Personen nicht mit den „Problemidentifizierern“ zu verwechseln sind, die gerne Kritik üben, aber nur selten Lösungen vorschlagen. Problemlöser sollten identifiziert und vermerkt werden, denn sie werden „Ihre Botschafter nach dem Go-Live sein.“

2. Nutzen Sie Testfall-Bibliotheken und Vorlagen

Sie können Ihre Testfälle entweder selbst schreiben oder auf Bibliotheken und Vorlagen von Testmanagementsystemen zurückgreifen. 

Wie das Digitalisierungsunternehmen Winklix es formuliert, helfen diese Tools dabei, „schnell Tester festzulegen, Testfälle zuzuweisen und Umfragen durchzuführen“.

3. Integrieren Sie den ERP-Testprozess in den Gesamtprojektplan

Zentrale Fehlerquellen und Engpässe bei ERP-Tests ergeben sich aus Folgendem:

  • Mangelhafte Ressourcenplanung.
  • Unklare Zeitpläne.
  • Unzureichende Kommunikation mit den Testern.

Um diese Stolperfallen zu vermeiden, sollte Ihre Teststrategie mit dem gesamten ERP-Implementierungsplan abgestimmt sein. Jede Testphase und die dafür verantwortlichen Personen sollten bereits klar definiert sein.

Durch diese Abstimmung erhalten alle Beteiligten Klarheit und verpflichten sich dem Erfolg Ihrer ERP-Einführung.

Lohnt sich automatisiertes ERP-Testing?

Ich verstehe es – ein System zu finden, das automatisch Tests für Sie durchführt (oder jemanden zu beauftragen), wird teurer sein. Meiner Meinung nach lohnt sich die Investition in automatisierte Tests jedoch, um Ungenauigkeiten durch menschliche Fehler zu vermeiden und den Zeitaufwand für Regressionstests zu verringern.

Nach dem ERP-Test: Wie geht es weiter?

Sobald dies erledigt ist, dokumentieren die Testteams Systemfehler, und das ERP-Entwicklungs- oder technische Supportteam behebt diese. Anschließend überprüfen die Tester die Software erneut, um sicherzustellen, dass sie ordnungsgemäß funktioniert, und bestätigen, dass keine neuen Probleme aufgetreten sind.

Erst dann – und nur dann – ist Ihr ERP-System wirklich bereit, implementiert zu werden und kann dazu beitragen, Geschäftsprozesse zu optimieren und den Erfolg voranzutreiben.

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