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Key Takeaways

Hoch lebe Hybrid: Hybrides ERP vereint die Sicherheit einer Vor-Ort-Lösung mit der Flexibilität der Cloud für operative und strategische Vorteile. Es eignet sich besonders für große Unternehmen oder Konzerne, die ihre Daten im Haus behalten und gleichzeitig Cloud-Technologie nutzen möchten.

Die Schlüsselstrategie: Für eine erfolgreiche Einführung eines hybriden ERP-Systems sind sorgfältige Planung, Anbieterauswahl und kontinuierliche Schulungen erforderlich. Ohne eine solide Strategie kann die Implementierung teurer werden als ihr Nutzen.

Eine neue Akzeptanz: Rund 63 % der Unternehmen mit einem Umsatz von über 5 Mrd. USD investieren in hybride Modelle, um Transformation und Strategie zu fördern, ohne Unternehmensdaten preiszugeben.

Für heutige CFOs ist es keine leichte Aufgabe, operative Kontrolle mit strategischer Agilität in Einklang zu bringen. Genau hier kommen hybride ERP-Systeme ins Spiel. 

Durch die Verbindung der zuverlässigen Struktur von On-Premise-Infrastrukturen mit der Flexibilität und Skalierbarkeit der Cloud bietet ein hybrides ERP-System einen überzeugenden Mittelweg—einen, der sowohl strenge Compliance als auch zukunftsweisende Innovation unterstützt.

Basierend auf jahrelanger Erfahrung in der Begleitung von ERP-Entscheidungen führe ich Sie durch die Besonderheiten hybrider Systeme, erkläre, warum sie an Bedeutung gewinnen, und wie Sie die Implementierung mit Klarheit angehen können. Wenn Sie nach einer zukunftssicheren Lösung suchen, die sich an Ihren finanziellen Zielen orientiert, ist dieser Leitfaden genau das Richtige für Sie.

Was ist ein hybrides ERP?

Ein hybrides ERP-System ist ein Bereitstellungsmodell, das On-Premise-ERP-Komponenten mit cloudbasierten Modulen oder Diensten kombiniert. So können Sie kritische, oft sensible Prozesse auf Ihren internen Servern halten und gleichzeitig die Cloud etwa für Analysen oder mobilen Zugriff nutzen. 

Dieser Ansatz ermöglicht es, Ihre Kernprozesse individuell anzupassen und dennoch von der Skalierbarkeit und Kosteneffizienz moderner SaaS-Lösungen zu profitieren. 

Hybride ERPs werden häufig in zwei Typen unterteilt: Two-Tier-ERP und erweitertes On-Premise-ERP. Sie klingen ähnlich, aber die Unterschiede sind entscheidend – und sie zu verstehen, ist der Schlüssel, um die passende Option für Ihr Unternehmen auszuwählen:

BereitstellungsansatzFunktionsweise
Two-Tier-ERPTochtergesellschaften nutzen lokale ERPs, die mit dem zentralen System synchronisiert werden
Kostengünstigere ERPs für kleinere Einheiten bei gleichzeitigem zentralen Überblick
Lokale Systeme speisen Daten in das zentrale ERP für konsolidierte Berichte ein
Erweitertes On-Premise-ERPModerne Funktionen (z. B. Analysen, Mobilzugriff) werden per Cloud-Add-ons ergänzt. Tiefe Kontrolle über Daten, Workflows und Compliance
Schrittweise Erweiterung ohne vollständige Migration in die Cloud

Neben den verschiedenen Bereitstellungstypen für ERP gibt es noch weitere Vergleiche, die Sie beim Einstieg in hybride ERP-Lösungen im Hinterkopf behalten sollten.

Hybrides ERP vs. Cloud-ERP

Hybride ERPs unterscheiden sich von rein cloudbasierten ERPs, indem Sie bestimmte Arbeitslasten auf Ihrer eigenen Infrastruktur betreiben können. 

Bei einem Cloud-ERP wird Ihr gesamtes System extern vom Anbieter gehostet und verwaltet. Im Gegensatz dazu ermöglicht eine hybride ERP-Lösung:

  • die gezielte Nutzung von Cloud-Modulen.
  • größere Kontrolle über Datenspeicherung und Compliance-Anforderungen.
  • die Sicherung Ihrer Investitionen in bestehende On-Premise-Software.

Cloud-only-ERPs bieten oft geringere Anfangskosten und einfachere Upgrades, aber nicht jedes Unternehmen möchte alle Geschäftsprozesse in die Cloud verlagern. Sie bevorzugen vielleicht einen hybriden Ansatz, wenn Ihr Geschäftsmodell strikte Datenkontrolle erfordert oder Sie stark angepasste Altsysteme beibehalten wollen.

Hybrides ERP vs. On-Premise-ERP

Hybride ERPs unterscheiden sich auch von vollständig lokalen ERP-Systemen, indem Sie Ihrem traditionellen Setup Cloud-Vorteile hinzufügen. Ein On-Premise-ERP läuft vollständig auf Ihren eigenen Servern und ist für seine Funktionen und Updates stark auf lokale Ressourcen angewiesen. Im Gegensatz dazu ermöglichen hybride Lösungen:

  • die Kombination von On-Premise-Funktionen und Cloud-Modulen, um den Funktionsumfang zu erweitern.
  • einen nahtlosen Einstieg oder schrittweise Migration in die Cloud, anstatt alles auf einmal umzustellen.
  • die Vermeidung großer Hardware-Investitionen, die rein lokale Erweiterungen mit sich bringen würden.

Statt Ihre interne Hardware ständig grundlegend zu erneuern, können Sie mit der Hybrid-Option leicht mithilfe der Cloud skalieren und gleichzeitig unternehmenskritische Daten vor Ort behalten.

Wie hybride ERPs funktionieren

Hybride ERPs funktionieren, indem sie Ihre bestehende Infrastruktur und ausgewählte cloudbasierte Services zu einem einzigen Ökosystem verbinden. Stellen Sie sich das als das Überlagern von Cloud-Modulen auf Ihr zentrales On-Premise-ERP vor – über Integrationspunkte wird sichergestellt, dass Daten konsistent und in Echtzeit aktualisiert werden. 

Hybride ERPs bestehen aus Cloud-Modulen, einer Integrationsschicht, Funktionen für Sicherheit und Compliance sowie einem On-Premise-Kern.

Hier sehen Sie eine vereinfachte Darstellung, wie ein hybrides ERP aufgebaut sein könnte:

  1. On-Premise-Kern: Sie hosten unternehmenskritische Daten und Prozesse, wie Finanzberichte oder proprietäre Fertigungsabläufe, auf firmeninternen Servern.
  2. Cloud-Module: Ergänzen Sie Ihr Kernsystem mit Cloud-Diensten für letzte Prozessschritte wie Lieferantenmanagement, Echtzeit-Analysen oder Unterstützung von Remote-Teams.
  3. Integrationsschicht: Eine Sammlung von Konnektoren, Middleware oder APIs, die Daten zwischen den Umgebungen synchronisieren und so für einen nahtlosen Informationsfluss sorgen.
  4. Sicherheit und Compliance: IT-Teams stellen sicher, dass Verschlüsselungs- und Authentifizierungsprotokolle sowohl in On-Premise- als auch in Cloud-Umgebungen abgestimmt sind, um Datenschutzanforderungen zu erfüllen.

In der Praxis nutzen viele Unternehmen hybride ERP-Systeme als Sprungbrett in Richtung vollständige Cloud-Einführung. So könnten Sie zum Beispiel Ihr bestehendes Buchhaltungssystem vor Ort behalten und gleichzeitig mit einem cloudbasierten Distributionsmodul experimentieren, um herauszufinden, wie es in Ihre Abläufe passt.

Andere nutzen es, um ein integriertes System für zahlreiche Geschäftsfunktionen zu schaffen. Beispielsweise verlässt sich Ihr Buchhaltungsteam aus Sicherheitsgründen auf lokale Server, während Beschaffungs- oder Lagerhaltungsprozesse cloudbasiert organisiert werden, um externen Zugang und Echtzeit-Koordination mit Lieferanten zu ermöglichen. Mit einer hybriden Lösung lassen sich beide Anforderungen problemlos erfüllen. 

Author's Tip

Author's Tip

Vor einer Entscheidung sollten Sie sorgfältig planen, welche Workloads migriert werden sollen. Die besten hybriden ERP-Einführungen gehen Schritt für Schritt vor und sorgen dafür, dass jede Funktion – ob Cloud oder On-Premise – optimal umgesetzt wird.

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Hybride ERP-Anwendungsfälle

Hybrides ERP hat sich branchenübergreifend als wertvoll erwiesen – besonders in Sektoren mit regulatorischen Anforderungen oder Bedarf an spezialisierten, lokalen Tools. Hier einige Praxisbeispiele, wie hybride ERP-Modelle auf individuelle Betriebsrealitäten eingehen.

Fertigung

Produktionsbetriebe stellen an ERP-Systeme besonders hohe Anforderungen. Angefangen bei der Einhaltung regulatorischer Regeln und der Qualitätssicherung bis hin zu unterbrechungsfreiem Betrieb in der Produktion gilt: Hersteller benötigen Systeme, die nicht nur leistungsfähig, sondern auch stabil, sicher und flexibel sind.

Mit einem hybriden ERP können Herstellersektoren: 

  • Kritische Abläufe bewahren und Innovation ermöglichen: Dazu zählt der Erhalt von Legacy-Systemen für Steuerung und Maschinenüberwachung vor Ort, kombiniert mit Cloud-Tools für Forecasting, Reporting und Planung.
  • Echtzeit-Zusammenarbeit und flexible Lieferketten verbessern: Beispielsweise lässt sich ein einfacher Datenaustausch mit Lieferanten und externen Teams über Cloud-Erweiterungen realisieren; zentrale Dashboards erhöhen die finanzielle Transparenz über mehrere Standorte hinweg.
  • Modernisierung schrittweise unterstützen und Kosten steuern: So können moderne Werkzeuge wie Bedarfsplanung oder mobiler Zugang schrittweise eingeführt werden – mit weniger Risiko und gestaffelten Investitionen.

Praxistipp: Erikson International LLC

Branche: Fertigung (Sonnenschutzfolien)

Herausforderung: Das bestehende On-Premise-ERP (Sage 100) bot keine Echtzeittransparenz und erforderte manuelle Prozesse.

Hybride ERP-Lösung: Produktionsdaten blieben lokal; Acumatica Cloud ERP wurde für Finanzen und Lagerhaltung ergänzt.

Ergebnisse:

  • Niedrigere Infrastrukturkosten bei höherer Transparenz
  • Echtzeit-Bestandsübersicht über 7 Standorte
  • Verbesserte Lieferkettenabstimmung
  • Gestufte Einführung vermeidet Störungen

SaaS

Ja, sogar SaaS-Unternehmen können ein hybrides ERP-Modell nutzen. Oft müssen Teile des Betriebs, wie Kundendaten, Abonnementabrechnungen oder spezielle Compliance-Aufgaben, unter besonderem On-Premise-Schutz verbleiben

Gleichzeitig fördern cloudbasierte Analyse- und Kollaborationstools die Zusammenarbeit weltweit. Ein flexibles, hybrides Setup verschafft SaaS-Teams unmittelbare Vorteile in der Kooperation – während sensible Daten sicher in der eigenen Umgebung bleiben.

Einsatz in der Praxis: Clio

Branche: SaaS (Software für Kanzleimanagement)

Herausforderung: Mit der globalen Expansion von Clio konnte das vorhandene On-Premise-Finanzsystem die Anforderungen an konsolidierte Mehrmandantenbuchhaltung, Umsatzrealisierung (ASC 606) und Echtzeitberichte nicht mehr erfüllen. 

Hybrider ERP-Ansatz: Clio behielt einige interne Systeme für die Buchhaltung und Sicherheitskontrollen bei, implementierte aber NetSuite Cloud ERP für Abrechnung, Abonnementverwaltung und Umsatzrealisierung – mit Integrationen zu bestehenden Tools via APIs.

Ergebnisse:

  • Stufenweise Einführung verhinderte Betriebsunterbrechungen
  • Vereinfachte Mehrmandantenfinanzkonsolidierung
  • Automatisierte SaaS-Abrechnung und ASC 606-Konformität
  • Echtzeit-Dashboards für CFO sowie Controlling & Planung (FP&A)

Gesundheitswesen und Pharma

Branchen im Gesundheitswesen unterliegen strengen Datenschutzvorschriften und benötigen für die Einhaltung oft On-Premise-Kontrolle. Dennoch ermöglichen Cloud-Funktionen schnellere Medikamentenstudien, einen reibungslosen Patientenaufnahmeprozess und leistungsfähige Telemedizin. Indem sensible Daten auf lokalen Servern verbleiben und Cloud-Module für schnelle Interaktionen eingesetzt werden, können Sie:

  • Regulatorische Anforderungen für Patienten- oder Arzneimitteldaten erfüllen.
  • Neue Funktionen in verschiedene Regionen ausrollen.
  • Echtzeit-Überwachung und erweiterte Analysen mit minimalem Infrastrukturaufwand einführen.

Einsatz in der Praxis: Multiklinik-Gesundheitsnetzwerk 

Branche: Gesundheitswesen

Herausforderung: Ein Netzwerk aus neun Kliniken – inklusive Labor- und Onkologieleistungen – stieß zunehmend an die Grenzen seiner Infrastruktur. On-Premise-Systeme hatten Probleme mit Performance, Skalierbarkeit und digitalen Anforderungen wie Telemedizin oder Online-Terminvereinbarung.

Hybride ERP-Lösung: Das Netzwerk setzte auf IBM Hybrid Cloud, behielt klinische Kernprozesse und sensible Patientendaten lokal, und verlagerte kritische Anwendungen wie Patientenportale, Telemedizin-Terminierung und Remote-Diagnostik in die Cloud.

Ergebnisse: 

  • Schnellerer Zugang zu digitalen Tools ohne Beeinträchtigung der klinischen Kernprozesse.
  • Sensible Gesundheitsdaten und Compliance verbleiben unter interner Kontrolle.
  • Cloud-basierte digitale Services für Patienten und Mitarbeitende sind flexibel skalierbar.

Vorteile hybrider ERPs

Hybride ERPs bieten zahlreiche Vorteile, mit denen Sie agil, wettbewerbsfähig und kosteneffizient bleiben. Auch wenn kein Bereitstellungsverfahren für alle perfekt ist, schätzen viele CFOs die folgenden Pluspunkte:

  • Kostenoptimierung: Mit Cloud-Nutzung dort, wo es am sinnvollsten ist, lassen sich hohe Hardwarekosten einsparen. In manchen Unternehmen liegt der ROI bereits nach 24 bis 30 Monaten vor.
  • Schrittweise Cloud-Einführung: Sie können mit ausgewählten Cloud-Modulen starten und die Nutzung nach Bedarf ausbauen.
  • Verbesserte Skalierbarkeit: Speicher- und Rechenkapazitäten für Cloud-Module lassen sich flexibel anpassen, ohne das komplette On-Premise-System neu zu konfigurieren.
  • Regulatorische Flexibilität: Bestimmte Module lassen sich isolieren, um branchenspezifische oder regionale Compliance-Anforderungen sicherzustellen; der Rest bleibt aktualisierbar.
  • Homeoffice- und mobiler Zugriff: Außendienst- und Remote-Teams können sicher und schnell auf cloudbasierte ERP-Komponenten zugreifen, um Daten einzusehen oder zu aktualisieren.
  • Längere Lebensdauer für Altsysteme: Leistungsfähige On-Premise-Lösungen können weiterhin genutzt werden, während Sie gezielt modernisieren.

Herausforderungen hybrider ERPs

Wie bei jeder größeren Technologie-Investition gehen auch hybride ERP-Lösungen mit potenziellen Stolpersteinen einher. Es gilt, diese Aspekte sorgfältig abzuwägen, bevor Sie sich für eine endgültige Einführung entscheiden:

  • Integrationskomplexität: Die Gewährleistung eines nahtlosen Datenaustauschs zwischen lokalen und Cloud-Modulen kann komplex sein. Möglicherweise benötigen Sie Middleware oder spezialisierte APIs.
  • Konsistenz der Sicherheit: Auch wenn jedes Modul ordnungsgemäß gesichert ist, sollten Sie unternehmensweite Sicherheitsprotokolle über physische Server und Cloud-Dienste hinweg koordinieren.
  • Höhere Anfangskosten: Im Vergleich zu einem reinen Cloud-Modell können zu Beginn höhere Ausgaben anfallen, um Ihre lokale Umgebung zu erhalten – insbesondere, wenn Hardware-Upgrades überfällig sind.
  • Wartungsaufwand: Sie müssen zwei Systemlandschaften betreuen – lokal und in der Cloud. Dies kann Ihre IT-Ressourcen belasten, wenn es nicht richtig geplant wird.
  • Potenzielle Integrationslücken: Wenn Ihr Anbieter oder Integrator nicht effektiv koordiniert, können Datensilos oder Abweichungen in der Berichterstellung entstehen.
Tipp der Autorin

Tipp der Autorin

Die Bewältigung dieser Herausforderungen beginnt mit detaillierter Planung und schrittweiser Einführung. Starten Sie Pilotprojekte, die die Funktionalität jedes Moduls bestätigen, bevor eine weitere Komplexitätsebene hinzugefügt wird.

Wann sollte man eine Hybrid-ERP-Lösung einsetzen?

Bevor Sie den Schritt wagen, ist es wichtig, zu prüfen, ob ein hybrides ERP zu Ihren Prioritäten, Ihrem Budget und Ihren strategischen Zielen passt. Hier sind einige Szenarien, in denen ein solches System besonders sinnvoll ist:

  1. Sie haben bereits bestehende lokale Investitionen, die weiterhin effizient sind oder sensible Daten beherbergen, möchten aber die Flexibilität von Cloud-Modulen nutzen.
  2. Ihre Branche oder Ihr Standort verlangt strenge Compliance-Vorgaben für bestimmte Prozesse, was eine rein Cloud-basierte Lösung zu riskant macht.
  3. Sie möchten die Cloud zunächst testen, bevor Sie komplett umsteigen.
  4. Sie wollen ausgewählte Altsysteme modernisieren, besonders wenn Sie einen engen Zeit- oder Kostenrahmen haben.
  5. Sie verwalten lokale Tochtergesellschaften mit unterschiedlichen ERP-Anforderungen, benötigen aber eine einheitliche Kontrolle auf Unternehmensebene.

Wenn Ihr Unternehmen zu einer dieser Kategorien zählt, verfügen Sie möglicherweise bereits über die Infrastruktur und das Know-how, um ein hybrides ERP erfolgreich zu betreiben.

Tipps für die Implementierung einer Hybrid-ERP-Lösung

Ein hybrides ERP kann Ihre Prozesse grundlegend verändern – vorausgesetzt, Sie schaffen die richtige Basis. Nachfolgend finden Sie bewährte Empfehlungen, um die Einführung erfolgreich zu gestalten.

Vorausplanen und frühzeitig beginnen

Wie bei jeder ERP-Einführung sollten Sie von Anfang an den richtigen Weg einschlagen – und der richtige Start ist die Planung. Systemauswertungen, Kostenschätzungen und strategische Fahrpläne bilden das Fundament einer erfolgreichen ERP-Einführung. 

Hier sind einige Schlüsselfaktoren, die Sie in Ihrer Planungsphase berücksichtigen sollten:

  • Visualisierung von Datenflüssen zwischen lokalen und Cloud-Komponenten.
  • Einrichtung eines Steuerungsgremiums mit Vertretern aus Finanzwesen, IT und Fachabteilungen.
  • Definition messbarer Erfolgskriterien, etwa verbesserte Verarbeitungsgeschwindigkeit oder Kostenersparnisse.

Für Finanz- und Rechnungswesenorganisationen zählt es zu den häufigsten Fallstricken, die Governance-, Risiko- und Kontrollanforderungen (GRC) bei der ERP-Einführung nicht ausreichend zu berücksichtigen. Das ist allerdings ein Aspekt, der sich mit der richtigen Planung und Haltung vermeiden lässt.

Isa Farhat

Partner | Deloitte

Bedenken Sie: Planung bezieht sich nicht nur auf die Technik. Berücksichtigen Sie Budgets, Zeitplan, Risikoabschätzungen und messbare Ziele – beispielsweise die manuelle Berichterstellung um 50% zu reduzieren oder Integrationsaufwände um 30% zu senken.

Anbieterauswahl recherchieren

Neben Datensammlung und Planung ist Recherche unerlässlich für eine erfolgreiche Hybrid-ERP-Implementierung.

Beginnen Sie mit der Bewertung von Cloud- und On-Premises-Anbietern für eine starke Hybrid-Kombination. Suchen Sie nach Anbietern mit bewährten Integrationsmöglichkeiten, zuverlässigem Support und einer Roadmap, die zu Ihren Expansionsplänen passt. Falls Ihr Unternehmen spezielle Module nutzt, achten Sie darauf, dass der Anbieter diese auch im Hybridmodell anbietet oder unterstützt.

Einige wichtige Fragen, die Sie sich stellen sollten, sind: 

  • Hat der Anbieter Referenzkunden mit hybriden Implementierungen?
  • Gibt es spezialisierte Compliance-Module oder lokale Rechenzentrumsoptionen für die Datenspeicherung?
  • Wie flexibel ist das Preis- oder Abonnementmodell für die teilweise Nutzung der Cloud?

Bieten Sie kontinuierliche Schulungen an

Die Implementierung ist nicht abgeschlossen, wenn Ihr System live ist. Ihr Team benötigt fortlaufende Schulungen zu hybriden Systemen, auch während der Nutzung. Selbst die benutzerfreundlichste Software kann keine reibungslose Akzeptanz gewährleisten, wenn Ihr Personal mit den neuen Arbeitsabläufen nicht vertraut ist.

Hier ist ein strukturierter Ansatz für Schulungen:

  1. Kickoff-Workshops: Einführung in das Konzept von Hybrid-ERP und die spezifischen Module.
  2. Rollenbasierte Sessions: Separate Trainings für Buchhaltung, Lieferkette, Personalwesen usw., jeweils mit Fokus darauf, wie die Bereiche das neue System nutzen.
  3. Praxisnahe Übungen: Ermutigen Sie Ihre Teams, Testtransaktionen durchzuführen, Beispielberichte zu erstellen oder Testdaten zu analysieren.
  4. Kontinuierliche Feedback-Schleifen: Sammeln Sie Fragen und Herausforderungen. Dokumentieren Sie Best Practices und Tipps für neue Mitarbeitende.

In der Praxis schätzen Mitarbeiter kurze, zielgerichtete Lerneinheiten mehr als lange einmalige Seminare. Eine Kombination aus Live- und aufgezeichneten Videositzungen ist ideal, wenn Sie verteilte Teams haben.

Die Einführung eines ERP-Systems ist mehr als ein technischer Prozess – es ist eine Transformationsreise. Richtig durchgeführt, wird ein ERP-System zum Rückgrat von Effizienz und Wachstum im Unternehmen und ermöglicht es, Unternehmensziele zu erreichen.

Pratiksha Pingle

CFO, Leiterin Finanzen | MUFG Pension & Market Services

Fazit

Durch den Einsatz der Flexibilität und Kontrolle eines hybriden ERP positionieren Sie Ihr Unternehmen für stetiges Wachstum und Widerstandsfähigkeit. 

Ob Sie von einem Altsystem migrieren oder die neuesten Cloud-Innovationen erkunden: Eine sorgfältig geplante hybride ERP-Einführung vereint das Beste aus beiden Welten – sie hilft Ihnen, Kosten zu senken, Compliance-Anforderungen zu erfüllen und Ihr Wachstum im eigenen Tempo zu gestalten.

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